Nicht gesund genug oder falscher Beruf?

Alternativen zum BU-Schutz

Unter Fachleuten gilt sie als „non plus Ultra“: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bietet den besten Schutz vor den finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit. Aber nicht jeder bekommt diesen Vertrag. Doch es gibt Alternativen.

Im Wettbewerb um Versicherte mit vermeintlich geringem Risiko, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten zu können, hat die Assekuranz ihre Beitragskalkulation immer stärker differenziert. Aus ursprünglich zwei sind, je nach Anbieter, vier, acht oder noch mehr Berufsgruppen mit unterschiedlich hohen Beiträgen entstanden. Für eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) kann der Beitragsunterschied zwischen günstigster und teuerster Berufsgruppe 400 Prozent undmehr betragen. Die Konsequenz: In manchen Berufen ist der Beitrag mittlerweile so hoch, dass ein Normalverdiener den wichtigen Schutz nicht mehr bezahlen kann. Zudem fallen immer mehr Antragsteller durch das Raster, weil sie mehr oder weniger große Gesundheitsprobleme haben. So wird es zum Beispiel für Allergiker schwierig, eine vollwertige SBU ohne Leistungsausschlüsse zu bekommen. Wer in der Vergangenheit psychologische Hilfe in Anspruch genommen hat, erhält nur in wenigen Fällen den gewünschten Versicherungsschutz. Andere Lösungen sind also gefragt.

Versicherung bei Erwerbsunfähigkeit
Dieser Tarif ist geeignet für Menschen, die aufgrund ihres Berufes keinen oder nur sehr teuren SBU-Schutz erhalten würden. Aber wer gesundheitliche Probleme hat, wird in der Regel auch hier abgelehnt. Eine Rente wird nur fällig, wenn der Versicherte, ähnlich wie bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente, täglich weniger als drei Stunden arbeiten kann.

Grundfähigkeitsversicherung
Der Vertrag zahlt bei Verlust festgelegter (Grund-) Fähigkeiten wie Sehen, Hören oder Gehen eine Rente. Die Leistungen stehen also nicht im Zusammenhang mit einer Berufs- bzw. Erwerbstätigkeit.

Dread-Disease („Schwere Krankheiten-Vorsorge“)
Eine Dread-Disease-Versicherung leistet bei schweren Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall oder multipler Sklerose eine Einmalzahlung. Die Definition der versicherten Krankheiten variiert unter den Versicherern stark. Je umfassender der Katalog, umso besser ist der Schutz. Die Gesundheitsprüfung ist nicht so intensiv und umfangreich wie bei einer SBU.

Multi-Risk-Absicherung
Dieser Vertrag verbindet Elemente der Unfall-, Grundfähigkeits-, Dread-Disease- und Pflegeversicherung. Die Voraussetzungen für Leistungen sind streng: Die Erkrankung muss einen vom Versicherer festgelegten Schweregrad erreichen, dauerhaft und nicht heilbar sein, damit eine Rente fällig wird. Eine Kapitalzahlung kann vereinbart werden.

Unser Tipp: Nicht jeder hat die Chance, eine SBU in ausreichender Höhe zum bezahlbaren Preis zu bekommen. In diesem Fall ist es besser, auf Alternativen zurückzugreifen als ganz auf Versicherungsschutz zu verzichten. Wir beraten Sie – kompetent und unabhängig.